Tarifrunden Handel NORD 2021

Arbeitgeberangebot ist völlig unzureichend

Tarifrunden Handel NORD 2021

Arbeitgeberangebot ist völlig unzureichend

Tarifrunde im Einzelhandel Schleswig-Holstein
Ohne uns kein Geschäft ver.di Ohne uns kein Geschäft  – Tarifrunden Handel 2021


Die zweite Verhandlungsrunde für die rund 90.000 Beschäftigten im Einzelhandel in Schleswig-Holstein ist am heutigen Mittwoch ergebnislos vertagt worden. Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot bezeichnet ver.di als völlig unzureichend.

„Die Branche hat im Jahr 2020 den höchsten Umsatz seit über zwei Jahrzehnten eingefahren. Diesen Umsatz haben die Beschäftigten unter schwierigsten Bedingungen erwirtschaftet. Es ist völlig inakzeptabel, dass Arbeitgeber für 2021 trotz der historischen Umsatzsteigerungen und Gewinne sowie der Belastungen der Beschäftigten erst nach zwei Nullmonaten eine Entgelterhöhung von gerade einmal 2% bieten. Bei der derzeitigen Teuerungsrate würde dies für die Beschäftigten einen Reallohnverlust bedeuten. Für Beschäftigte aus Unternehmen, die von der Pandemie betroffen sind, soll es 2021 gar keine Entgelterhöhung eben. Das zeigt, wie sich die Krisengewinner hinter den Krisenbetrieben verstecken, die mehrheitlich gar nicht tarifgebunden sind bzw. bestenfalls den Tarifvertrag anwenden“, kritisiert ver.di Verhandlungsführerin Heike Lattekamp.

Bereits vor dem eigentlichen Tarifangebot hatte der Arbeitgeberverband HDE im Juli einen einseitigen Vorstoß für einen sogenannten „Orientierungsrahmen für freiwillige Entgelterhöhungen“ von 2 % ab 1. Juli sowie eine Einmalzahlung von 300 Euro brutto (Vollzeit) bekannt gegeben.

„Mit dem Versuch einer einseitigen Lohnfestsetzung verschärft der HDE den Tarifkonflikt und erschwert die ohnehin schwierigen Verhandlungen. Das ist eine klare Provokation und zeigt, dass der Arbeitgeberverband kein Interesse an zügigen Verhandlungen hat“, erklärt Lattekamp.

Das Arbeitgeberangebot sieht eine gestaffelte Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von 36 Monaten vor. Die drei Erhöhungsschritte sehen wir folgt aus:

Für Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind:

  • 1. Nach zwei Nullmonaten 2,0 Prozent zum 1. Juli 2021.
  • 2. Ab 1. Mai 2022 - 1,4 Prozent.
  • 3. Ab 1. Mai 2023 - 2,0 Prozent.
  • 4. Eine nicht tabellenwirksame Einmalzahlung von 300 Euro brutto (Vollzeit) zum 01.10.2021.

Für Unternehmen, die von den Pandemieauswirkungen betroffen sind:

  • 1. Nach 10 Nullmonaten - 2,0 Prozent zum 1. März 2022.
  • 2. Nach weiteren sechs Nullmonaten - 1,4 Prozent zum 1. November 2023.
  • 3. Nach weiteren sechs Nullmonaten - 2,0 Prozent zum 1. November 2024.

Die ver.di Forderungen lauten:

  • die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro,
  • die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 70 Euro,
  • ein Mindestentgelt von 12,50 € pro Stunde,
  • bei einer Laufzeit von 12 Monaten,
  • sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) der Tarifverträge.

Die Verhandlungen werden am 17. September fortgesetzt.