Tarifrunden Handel NORD 2024

Empörung über Arbeitgeber im Groß- und Außenhandel im Norden

Im Nachgang zu den Tarifverhandlungen für den Groß- und Außenhandel im Norden am 30. April 2024 haben die Tarifkommissionen in einer gemeinsamen Sitzung am 7. Mai 2024 in Kiel noch einmal die Verhandlungen bewertet.
09.05.2024
Empörung über Arbeitgeber im Groß- und Außenhandel im Norden

Im Nachgang zu den Tarifverhandlungen für den Groß- und Außenhandel im Norden (Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein) am 30. April 2024 haben die Tarifkommissionen in einer gemeinsamen Sitzung am 7. Mai 2024 in Kiel noch einmal die Verhandlungen bewertet. In den Verhandlungen hatten die ver.di-Tarifkommissionen mehrere Vorschläge unterbreiteten, um ein Verhandlungsergebnis zu erreichen. Dabei wurde auch signalisiert, über das Volumen eines Abschlusses verhandlungsbereit zu sein.

In einer Pressemitteilung des AGA Unternehmensverbandes nach den Verhandlungen erklärte Verhandlungsführer Volker Hepke, dass Ursache der festgefahrenen Verhandlungssituation einzig und allein das unbeirrte Festhalten von ver.di an Maximalforderungen sei. Weiter verwies er darauf, dass Arbeitgeber in den letzten Monaten große Schritte auf die Gewerkschaft zugegangen seien und ihren Einigungswillen mehrfach untermauert hätten.

Dieser Darstellung widersprechen die Tarifkommissionen im Handel klar und deutlich und fordern den Arbeitgeberverband in einem offenen Brief auf, Ihre Darstellung auf demselben Wege der Veröffentlichung zu korrigieren, zur Sachlichkeit zurückzukehren und Tarifverhandlungen mit Verhandlungsbereitschaft zu führen

„Die Beschäftigten haben für ihre harte Arbeit Wertschätzung verdient und endlich angemessene tarifvertraglich abgesicherte Entgeltanhebungen, die die Preissteigerungen der vergangenen Jahre kompensieren. In vielen anderen Branchen haben sich die Arbeitgeber kompromissbereit gezeigt und die Lage erkannt. Auch im Handel wird es Zeit für einen Tarifabschluss!“, appelliert Bert Stach, ver.di-Verhandlungsführer, an die Arbeitgeber.

Die Gewerkschaft ver.di hat Anfang 2023 die Forderung für die Tarifrunde beschlossen. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sollen um 13 Prozent, mindestens aber 400 Euro, steigen. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 250 Euro. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert ver.di die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

Über 70.000 Beschäftigte arbeiten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Groß- und Außenhandel. Das häufigste Entgelt liegt bei 2251 Euro für Mecklenburg-Vorpommern und 2303 Euro für Schleswig-Holstein. Die letzte tarifliche Lohn- und Gehaltserhöhung im April 2022 betrug 1,7%.