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Endlich handeln: Tarifschutz für alle!

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Endlich handeln: Tarifschutz für alle!

HAN­DEL (01/2020): Ma­ga­zin des Fachbereich Handel


»Einer für Alle.« – ver.di Handel drängt auf allgemeinverbindliche Tarifverträge.

Wer kennt das nicht? Für viele Ein­zelhandelsbeschäftigte ist oft am Ende des Geldes noch jede Menge Mo­nat übrig. Bei einer fast 50­prozentigen Teilzeitquote fallen selbst die tariflichen Einkommen äußerst knapp aus. Beson­ders stark aber macht sich die Tarifflucht vieler Arbeitgeber bemerkbar.

Mittlerweile erhalten in einer der wichtigsten Versorgungsbranchen des Landes fast eine Million Menschen Niedriglöhne. In den neuen Bundes­ländern trifft das auf die Hälfte des Personals im Handel zu – horrende Zahlen, die die Bundesregierung 2019 veröffentlicht hat. Offiziell sind es im Einzelhandel 68.000 Betroffene, die ihr Arbeitseinkommen mit Hartz IV aufbessern müssen.

»20 Jahre Tarifflucht sind genug«, heißt die aktuelle Ansage von ver.di im Handel. Unter dem Slogan »Einer für Alle.« wird ab Mai eine neue Initi­ative für allgemeinverbindliche Bran­chentarifverträge gestartet. Sie knüpft an die Kampagne aus 2017 an, die in Teilen der Politik Wirkung gezeigt hat, wie auch in einer Bundesratsinitiative zur Stärkung der Tarifbindung deutlich wurde. Schließlich sind es nur noch 38 Prozent der westdeutschen und 25 Prozent der ostdeutschen Beschäftig­ten im Einzelhandel, die Tarifgehalt bekommen.

»Unser Ziel ist die Rückkehr zu allge­meinverbindlichen Tarifverträgen, die für alle Unternehmen im einzel­ und versandhandel, aber auch im Groß­ und außenhandel gelten«, sagt ver.di­-Bun­desfachgruppenleiter Orhan Akman. »Wir wollen erwerbs­ und altersarmut und die katastrophalen Folgen von Ta­rifflucht und dumping für die gesamte Gesellschaft bekämpfen.« [...]

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Inhalt aktuellen HAN­DEL (01/2020)

  • Endlich handeln: Tarifschutz für alle!
    ver.di drängt auf allgemeinverbindliche Tarifverträge.

  • Joint Venture
    Im Pharmagroßhandel zeichnet sich durch das Zusammengehen von Alliance Healthcare und Gehe der nächste Konzentrationsschub ab.

  • Solidarität
    Gewerkschaftsaktive aus acht Ländern diskutierten in Berlin über ihre Zusammenarbeit entlang der Lieferketten.

  • Für Sozialtarifvertrag bei real,-
    Nach monatelanger Ungewissheit müssen rund 34.000 Beschäftigte nun um ihre wirtschaftliche Zukunft bangen, während die Metro 300 Millionen Euro einstreichen kann.

    und
  • viele weitere Themen!

Link: Zur aktuellen HAN­DEL (01/2020)

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